Erlebnispädagogik - Lernen an Herausforderungen

Die Erlebnispädagogik als Bildungsansatz insbesondere für Jugendliche blickt auf eine bald 100-jährige Geschichte zurück, die ihren Ursprung einerseits in reformpädagogischen Strömungen anfangs des 20. Jahrhunderts findet, anderseits fest mit dem Namen Kurt Hahn verbunden ist.
Als Mitbegründer der Schule Schloss Salem (D) beim Bodensee legte er vor bald hundert Jahren mit den "Salemer Gesetzen" ein erstes Fundament eines pädagogischen Ansatzes, der Eigenaktivität, Gruppenerlebnisse und Erfahrungen in der Natur mit Selbstverantwortung und Verantwortung gegenüber dem Nächsten, der Gesellschaft und der Umwelt verbindet.

Während des zweiten Weltkriegs gründete Kurt Hahn als Emigrant in England das Bildungsprojekt "Outward Bound" und entwickelte dieses mit zahlreichen Unterstützern zu einem Netzwerk von erlebnispädagogisch tätigen Bildungszentren rund um die Welt. 

Auch die Wurzeln von Drudel 11 liegen in dieser Bewegung und nach wie vor sind viele unsere Angebote durch die vier klassischen Elemente der Hahn'schen Erlebnispädagogik geprägt, die wir in aktuellen Formen und Lernsettings umsetzen:

  • in Aktivitäten und Bewegung in der Natur und den Naturerfahrungen
  • im projektartigen Lernen an Problemstellungen für Gruppen
  • im Aufbruch ins Ungewisse: Herausforderungen in Outdooraktivitäten und unterwegs auf "Expeditionen"
    und Hajks
  • und dem selbstlosen Dienst am Nächsten und der Umwelt

Lernen an Herausforderungen

Herausfordernde Situationen fördern gezielt den Entwicklungsprozess von allen Menschen. Besonders wichtig für die Entwicklung sind sie in der Kinder- und Jugendzeit. Indem wir unsere Komfortzone verlassen und uns Neuem aussetzen, unsere Fähigkeiten testen und erweitern, lernen wir als Menschen und Persönlichkeiten. Das ist der Grundgedanke aller erlebnispädagogischer Herausforderungen. 

Die Teilnehmenden können dabei den Grad ihrer Herausforderung mitbestimmen und übernehmen Verantwortung für ihr Tun. In der Begleitung achten wir darauf, dass ihnen Raum und Möglichkeiten offen bleiben, zurück zu gehen oder einen weiteren Versuch zu starten.

Vier Leitideen für unsere Bildungsarbeit

Vier Leitideen prägen die Planung unserer Angebote und  setzen die Leitplanken für den resosurcenorientierten Umgang mit unseren Teilnehmenden.

Sie sind:

  • Wachstumsorientierung
  • Ganzheitlichkeit
  • Selbstorganisation
  • Naturorientierung

 

Die Erlebnispädagogik fördert und unterstützt Menschen zielorientiert in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit und im sozialen Handeln. Sie ermöglicht bewusstes, handlungsorientiertes Lernen durch gezielt gestaltete Herausforderungen. Die Natur ist der bevorzugte Lern- und Erfahrungsraum. Die dabei gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse befähigen Menschen, ihre Lebenswelt im Alltag verantwortlich zu gestalten.
ERBINAT, Fachgruppe Erlebnispädagogik 2015